»Quo Vadis« – Lutherkirchenareal

von | Juni 30, 2024 | Blog, Wirtschaft & Verkehr

Am Freitag, den 21. Juni 2024 sind etwa 100 interessierte Eislingerinnen und Eislinger der Einladung der Stadt Eislingen gefolgt und kamen zum Tag der Städtebauförderung.

Nach seiner Begrüßung dankte Herr Oberbürgermeister Heininger den Förderstellen von Land und Bund für die Unterstützung. Eislingen ist für beide eine Musterstadt, da Anträge nicht nur gestellt werden, sondern auch verwirklicht werden.

Danach sprach er über die bereits fertigen, laufenden und zukünftigen Objekte im Eislinger Stadtgebiet. Der Städtebau soll zukunftsfähig, klimafreundlich und von hoher Aufenthaltsqualität sein. Die beiden Stadtteile sollen nachverdichtet werden, anstatt auf grüner Wiese zu bauen. Herr Oberbürgermeister Heininger sprach über den „großen Wurf“ mit der Mühlbachtrasse und dem Abriss der Brücke. Es entsteht die Chance ein erlebbares Zentrum für Eislingen zu schaffen. Diese ist vor 80 Jahren mit der Vereinigung von Nord und Süd beschlossen worden.

Im Anschluss stellte Herr Weegmann von Konzept e, der Investor und „Betreiber“ seine Pläne für das Lutherkirchenareal vor. Mit einer vermeintlichen Geschichte über seinen Großvater, die er vortrug versuchte er über eine Emotionalisierung die Anwesenden für sein Vorhaben zu begeistern. Seine Themen, wie auch die Geschichte, musste er allerdings von einem Zettel ablesen.

Das oder die Gebäude, je nachdem wie der Gemeinderat entscheidet, sollen für eine altersübergreifende Gemeinschaft gebaut werden. Jung und Alt sollten unter einem Dach wohnen und davon gegenseitig profitieren. Die Seniorinnen und Senioren können zum Beispiel in Gemeinschafträumen mit Kindern der Anwohner basteln, lesen und singen. Die Gebäude sollen technisch modern ausgestattet und untereinander vernetzt werden. Eine App soll zum Beispiel zeigen, ob die gemeinsame Waschmaschine gerade belegt ist, ob das Auto vom Carsharing frei ist etc.

Sprechen wir nicht hauptsächlich von einer Pflege WG und betreuten Altenwohnungen?!

Ein technisch ausgestattetes Haus in diesem Umfang kostet auch das entsprechende Geld. Was passiert, wenn die Kosten explodieren? Werden diese Extras dann aus Kostengründen wieder gestrichen? Diese Technik spiegelt sich auch auf die Kaufpreise nieder. Es kommt die Frage auf, was diese Wohnungen kosten werden. Sind sie für den Normalverdiener überhaupt bezahlbar?

Ein Beispiel aus der Weberstrasse 1. Hier kostet eine 3 Zimmer Wohnung mit ca. 114 m² 1.549 € Kaltmiete, was 13,50 € / m² bedeutet. (Quelle: ImmoScout 24)

Ein weiterer Punkt sind die Parkplätze. Wo parken die Bewohner. Ist eine Tiefgarage vorgesehen? Wo parken die älteren Kirchgänger, die nicht mehr gut zu Fuß sind? Wo die Besucher von kirchlichen Veranstaltungen, wie Hochzeiten, Konfirmationen usw.? Herr Weegmann betonte ausdrücklich, dass sie als Investor nicht nur das oder die Gebäude bauen wollen und dann verschwinden. Nein, sie wollen bleiben und das oder die Gebäude und die Pflege-WG weiter betreuen. Jedoch hat das unser Meinung nach ein gewisses „G’schmäckle“. Ist Herr Weegmann doch Geschäftsführer vieler Firmen in diesem Bereich.

Der Eislinger Fachbereichsleiter Bauen, Herr Fussenegger erläuterte anhand der ausgestellten Plakate (siehe Anhang) die vorgesehenen Maßnahmen.

Muss das Lutherkirchenareal zugebaut werden?

Warum nicht einen grünen Platz schaffen und diesen zu einem „klimafreundlichen“ Platz mit sehr viel „Aufenthaltsqualität“ zur grünen Lunge Eislingens ausbauen?

War das nicht vom Städtebau sogar so gewollt und gefordert! (Im Bericht weiter vorne)

Mehr Bäume in der Stadt senken die Temperaturen, was für das Mikroklima unserer Stadt von Vorteil ist, und verhindern eine weitere Bodenversiegelung. Auch die Bienen und Hummeln in Eislingen würden sich bestimmt nicht über mehr Blühfläche beschweren.

Hier gibt es die Chance, die Lutherkirche und den Platz aufzuwerten. Es ist eine unwiederbringliche Gestaltungsmöglichkeit für Eislingen in dieser besonderen Lage. Was spricht gegen eine Bebauung im Östlichen Teil bis zur Kirche. Im Anschluss kann eine Parkanlage, mit Bewirtungsmöglichkeit und Spielplatz entstehen. Darunter wäre Platz für eine große Tiefgarage. Auch die bestehenden Glascontainer könnten in der Erde verschwinden. Wer fragt die Eislinger Bevölkerung, was sie eigentlich möchte?

Wir wollen unsere Entscheidungen im Sinne der Eislinger Bevölkerung treffen.